Aus meinem Reisetagebuch (VI)

Spaziergang am Chimborazo

Umherirrend in der kleinen Welt auf- und abzulaufen, die mein beschränkter Geist mir aus dem schafft, was er um sich herum nur sieht, wie träumend zwischen den grünbraunen Hügeln zu wandeln, die meine schwachen Imaginationen unter den grauen, ringsum den Kreis des Sichtbaren umgrenzenden Wolken ins scheinbar Unendliche fortsetzen, dabei zu versuchen, in diese so einfache, vertraute Umwelt die der Erinnerung an ein Bild oder eine Photographie entnommene Ansicht des Fremden, des Unsichtbaren einzufügen und so natürlich zu scheitern, weil Seine Dimensionen, Seine Farben, Sein ganzes Wesen jenes übersteigen, was ich aus schon gesammelten Eindrücken, aus je gedachten Gedanken irgendwie ableiten könnte; sodann mich nach und nach in der sanften, hügeligen Gleichmäßigkeit des eigenen, momentanen Daseins zurechtzufinden, das profane Streben nach dem ungefähren Eindruck Seines Abbilds in dem viel beruhigenderen Wissen um Seine ganz und gar unfassliche, aber umso wahrere Anwesenheit ersterben zu lassen, und so am Ende in Frieden zu ruhen – so muss es sein, Gott zu finden.

Advertisements

Aussprechen

„Rede doch mal mit mir“, sagte sie, blickte auf und schickte ihren Worten ein ironisches Lächeln hinterher, das diese schon eingeholt und verschluckt hatte, bevor sie mein Ohr erreichten.

Ich lächelte zurück.