Musik zum Sonntag (XIII)

„Zinnsterne!“, seufzte der König und seine Augen leuchteten. „Die gab’s bei uns früher auch immer! Jedes Kind einen ganzen Teller für sich! Ach, und so ein hübsches kleines Bäumchen! Mit richtigen Kerzen aus Bienenwachs. Ritter Rost, für dieses himmlische Weihnachtsfest bekommen Sie die Note Eins. Mit Sondersternchen.“ […]

„Und das Essen?“, fragte das Burgfräulein Bö leise und sah besorgt zu Bleifuß hinüber, der mit Tränen der Rührung in den Augen den Weihnachtsbaum anstarrte. „Ich meine, wir müssen doch noch irgendetwas anderes essen als Kekse. und ich koche heute jedenfalls nichts mehr.“

„Schon bestellt“, grinste Koks, „und zwar bei Paolos Pizza-Blitz. Ausnahmsweise…“

 
Und wem dieser Serviervorschlag gefallen hat, der wird vielleicht auch an den folgenden drei Weihnachtsrezepten aus dem Hause Rost Freude finden.

Gekaufte Plätzchen sind besonders einfach zu machen: man nehme einen Beutel voller Geldstücke, gehe damit zum nächsten Kaufladen und wähle Plätzchen nach Neigung und Geschmack. Achtung: Das Geld muss unbedingt im Kaufladen bleiben (siehe auch geklaute Plätzchen). Wieder zu Hause, vorsichtig die Verpackung öffnen und die Plätzchen herausnehmen – schon fertig. […]

Geklaute Plätzchen gehen ganz ähnlich wie gekaufte Plätzchen, nur mit dem Unterschied, dass man im Kaufladen statt des Beutels voller Goldstücke eine Pistole vorzeigen muss. Allerdings sind geklaute Plätzchen viel ungesünder, weil man nach deren Genuss ins Gefängnis kommt, wo einem die tägliche Bewegung fehlt. Daher ist von diesem Rezept unbedingt abzuraten.

Geschenkte Plätzchen. Ein schottisches Rezept, das auf derselben Grundlage wie gekaufte Plätzchen und geklaute Plätzchen beruht, allerdings auch den Gedanken des ewigen Kreislaufs mit einbezieht. Geschenkte Plätzchen erhält man meist in kleinen knisternden Tütchen, die man so lange weiter verschenken muss, bis man sie wiederbekommt (was drei bis vier Jahre dauern kann). Es gehört zum guten Ton, allgemein zu behaupten, dass geschenkte Plätzchen am allerleckersten schmecken – selbst, wenn sie alt und pappig oder aus freudlos vor sich hin bröselndem Vollkornteig sind.

– Jörg Hilbert und Felix Janosa, Ritter Rost feiert Weihnachten

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