Musik zum Sonntag (XXXIV)

„Das Charakteristische des Klavieranschlages ist bei hoch gehobenem Finger der elastische Schlag auf die Taste, dagegen beim Orgelspiele bei minder hochgehaltenem Finger der elastische Druck desselben auf die Taste, der aber, obwohl weich, doch rasch und mit Bestimmtheit erfolgen muss. Alles Stossen, Schlagen und Poltern ist beim Orgelspiele zu meiden.

Beim Verlassen der Taste soll der Spieler die Finger bestimmt und zu rechter Zeit abheben, aber nicht hastig in die Höhe schnellen; er soll vielmehr, wenigstens beim ruhigen, langsamen Spiele, die Tasten solange unter den Fingern fühlen, bis erstere ihren Höhepunkt wieder erreicht haben.“

Als Hommage an Gustav Adolf Merkel, der mich mit diesem Zitat aus seiner Orgelschule in die Erotik des Orgelspiels eingeführt hat, hier seine Choralbearbeitung von „Wer nur den lieben Gott lässt walten“.  Sicherlich kein geniales Meisterwerk romantischer Kompositionskunst, aber schön anzuhören, wie sich der Organist (mit Hilfe von zwei! Registranten) Variation um Variation dem Höhepunkt entgegentastet und -strampelt. Viel Spaß beim Schauen:

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s