Musik zum Sonntag (XLV)

Musique Parisienne (1)

Paris. Stadt der Liebe, ganz gewiss, Stadt der Mode und der Eleganz, Stadt des schönen Lebens. Und musikalisch? Die Stadt der Opern und Operetten, die Stadt des Chansons, aber wohl vor allem die Stadt, die Stadt, muss man wahrscheinlich sagen, der Orgel.

An den großen, vom legendären Innovator Aristide Cavaillé-Coll erbauten Orgeln von La Madeleine, Notre Dame, Saint Sulpice und anderen haben Komponisten der Romantik wie Camille Saint-Saëns, Charles-Marie Widor oder Louis Vierne dieses Instrument dem Dornröschenschlaf der Klassik sowie der Umklammerung der Messliturgie entrissen und grandiose Orgelwerke geschaffen. Das erste goldene Zeitalter der Orgelkunst, das von Buxtehude und Bach, ist mit den Orten Lübeck und Leipzig verbunden, das zweite ist definitiv parisisch.

Einer der ersten Komponisten dieser neuen französischen Hochzeit und Lehrer vieler großer Nachfolger war der langjährige Organist von Sainte Clotilde im Zentrum von Paris, César Franck. Sein Prélude, Fugue et Variation op. 18, das ganz bewusst in Form und Gestaltung an die barocke, polyphone Orgeltradition anknüpft und sie in die neuen Gewänder der romantischen großen Orgel zu kleiden vermag, ist von solch schwebender Anmut, dass ich, nachdem ich es in einem Konert gerade kennengelernt habe, gar nicht anders kann als es mit Ihnen, liebe Leser zu teilen. Ça c’est Paris.

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