21:58

„Wir müssen immer aussehen, als würde es Spaß machen, wenn es aussehen soll, als würde es Spaß machen.“

– Kim, Philosophin

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21:35

Große Ereignisse künden sich an: Der „Top 21 Walk“, bei dem alle Teilnehmerinnen der Staffel noch mal auflaufen dürfen. Die Internetnutzer durften ja zum Glück mitentscheiden, welche farblose Gestalt vorne geht und welche farblose Gestalt dahinter und in welcher Reihenfolge die anderen farblosen Gestalten laufen. Eine gewisse Laura hat gewonnen, springt routiniert auf, ist „super happy“, klar, und Michael verlautbart, sie sei immer „super mit dabei“ gewesen. Deswegen, nota bene, ist sie dann auch schnell wieder rausgeflogen.

21:27

Und plötzlich ist die erste schon raus, klar, fünf Kandidatinnen im Finale, da drängt die Zeit. Taynara hat es getroffen, ohne erkennbaren Grund. „Wie geht es dir?“ – „Super sad, aber ich bin dankbar für die Erfahrungen, die ich hier sammeln durfte.“ Jetzt wird sie von einem lebensechten Taynara-Double in Beschlag genommen, während hinter den Kulissen munter weiter geplappert wird. „Wie geht es euch?“ – „Ja, gut, ich bin voll aufgeregt. Man kann seiner Sache ja nie sicher sein.“ Danke für nichts.

21:20

Man muss wissen, dass die vergangenen Episoden vor allem dazu dienten, die Teilnehmerinnen zu Emotionsautomaten zuzurichten, die auf jeden Input (Du kriegst einen Job/Du kriegst einen Job nicht/Heidi lobt dich/Jemand kritisiert dich) einen klar festgelegten Output zu produzieren. Dieser bewegt sich meistens im Binärraum von happy/sad, wahlweise vielleicht noch super happy/super sad; wer sich dieser Gefühlskastration entzog, ist schon längst ausgeschieden. Richtige Grantlerinnen, richtige Gefühlsverweigerinnen werden wir also heute nicht mehr zu sehen bekommen, da war die Heidimaschine schon erfolgreich.

21:04

Jetzt, der erste Walk. Sie latschen da auf irren Plateau-Flipflops durch die Manege, die aussehen, als habe jemand ihren Rollschuhen kurzerhand die Rollen abgeschraubt. Auch was die Kostüme betrifft, könnten sie direkt aus dem Starlight Express gefallen sein, oder?

20:41

Pro7 schraubt noch mal Galileo-artig die Pseudo-Bedeutsamkeit der ganzen Sache nach oben. Gerade sitzt Jasmin da und erzählt, wie mal irgendwann ihr Haus abgebrannt ist und ihr fast was passiert wäre. Danach, sagt sie, saß sie mit ihren „Homies“ zusammen draußen. Na ja, antwortet natürlich sofort der Zyniker in mir, „Homies“ können sie dann ja nicht mehr gewesen sein.